Antwort: Wer hat das Headset erfunden?

Headset-FAQ
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Headsets gelten in vielerlei Hinsicht als ein nützliches Zubehör und kommen in den verschiedensten Bereichen der Audiotechnik zum Einsatz: In Tonstudios, an der heimischen Spielekonsole oder am klassischen PC sowie in einem Verbund aus Telefon beziehungsweise Handy erfüllen Headsets heutzutage unterschiedliche Funktionen. Personen, die regelmäßig zu diesen praktischen Begleitern greifen, dürften sich jedoch hin und wieder fragen, wer das Headset erfunden hat. Eine absolute Antwort auf diese Frage gibt es zwar nicht, doch die Entwicklung des Headsets lässt sich recht gut nachzeichnen, sodass zumindest ansatzweise erklärt werden kann, wer das Headset erfunden hat beziehungsweise wie es zu der Erfindung kam.

Den Grundstein etwa legten im Jahre 1880 der Tontechniker Alexander Graham Bell und dessen Gehilfe Charles S. Tainter. Die erste Form des Headsets stellte sogar die erste kabellose Kopfhörergattung dar, denn bei der Bell/Tainter-Methode handelte es sich um das weltweit erste Photophon (auch häufig als Radiophon bezeichnet)! Idee: Die Umwandlung einer Sprachbotschaft über ein kleines Röhrchen in Lichtquellen übernimmt die Übertragungsfunktion heutiger Kabel beziehungsweise Funksignale. Die Übertragungsreichweite betrug damals zwar „nur“ gut 20 Meter, doch der verblüffende Apparat aus Spiegel, Grammofon und Sprachrohr markierte quasi den Startschuss im um Headset-Wettrennen.

So erfand Thomas Eddison beispielsweise nahezu zeitgleich den ersten Phonographen, einer weiteren, jedoch kabelgebundenen, Kopfhörerform, mit der zunächst lediglich physische Aufnahmen (Druckwalzen) wiedergegeben werden konnten. Den wirklichen Durchbruch feierte somit erst Nathaniel Baldwin: Eher aus Leidenschaft entwickelte der Elektrotechniker in seiner heimischen Küche das sogenannte „Baldy-Phone“. Der zentrale Vorteil: Über eine direkte Energiespeisung können bei dieser Form wesentlich höhere Lautstärken erzielt werden. In den folgenden Jahren wurden dann nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auf der ganzen Welt immer wieder Vorstöße in Richtung Headset gemacht.

In Deutschland beispielsweise entwickelte Beyerdynamic (1937) einen verhältnismäßig umfangreichen Kopfhörertyp, der sich unter anderem durch die Wahl, als Mono- oder Stereovariante genutzt werden zu können, auszeichnete.

Am anderen Ende der Welt testeten die Japaner die Grenzen der Tontechnik aus, doch auch hier sorgten die Schäden des Zweiten Weltkriegs für Stillstand in der Forschung. 1957 ist es allerdings so weit und STAX Ltd. stellt in Tokio eine absolute Weltpremiere, einen rein elektrostatischen Kopfhörer samt Polyester-Membran, vor. Das SR-1 machte somit das erste „richtige“ Headset aus: Mikrofon und Lautsprecher waren ab sofort gebündelt! Allerdings wurde für die Nutzung eine gesonderte Stromquelle benötigt, was den Einsatz stark einschränkte.

Dieses Dilemma löste gut ein Jahrzehnt später Sennheiser: Der deutsche Tonexperte aus dem Raum Hannover brachte mit dem HD 414 das erste Headset auf den Markt, das über eine reguläre Schnittstelle für Tonsignale verfügte und zudem die Neuerung bot, Tonsignale nicht nur in den Gehörgang zu senden, sondern diese gleichzeitig über die Fläche der Ohrmuscheln zu verteilen.

Parallel hierzu entwickelte allerdings auch der kalifornische Konzern Plantronics eines der ersten Headsets, sodass im Nachhinein, nicht zuletzt aufgrund der Verschwiegenheit der NASA (Plantronics stellt bis heute einen der wenigen namentlich bekannten Zulieferer für die Raumfahrtbehörde dar), nicht völlig geklärt ist, wer das erste „richtige“ Headset erfunden hat.

Für neue Impulse sorgten jedoch ohne Frage Bose und Sony: Mit dem MDR-W30L lieferte Sony 1983 ein Kopfhörersystem samt Kassettendeck und seit gut 15 Jahren sorgt Bose mit Noise-Cancelling für einen nahezu komplett umgebungsgeräuschgetilgten Soundspaß!


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