Antwort: Was ist besser, Headset mit Klinke- oder USB-Anschluss?

Headset-FAQ
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Headsets stellen fürs Telefonieren und Spielen gleichermaßen sinnvolle Erweiterungen dar. Insbesondere Gamer greifen jedoch gerne auf kabelgebundene Headsets zurück, denn so müssen weder der Akku noch eventuelle Störsignale, die die Funkverbindung beeinträchtigen könnten, im Auge behalten werden. Doch Kabel ist nicht gleich Kabel! Die derweil am meisten genutzten Formen, die USB- und die Klinkenverbindung, arbeiten schließlich auf grundsätzlich verschiedenen Ebenen und bieten auch grundsätzlich verschiedene Vor- und Nachteile. Welcher Anschluss für ein Headset besser ist, Klinke oder USB, muss somit jeder Nutzer selbst entscheiden.

Vorteile und Nachteile: USB-Headset

Headsets samt USB-Kabel beispielsweise bringen den Vorteil mit sich, dass diese mittlerweile standardmäßig eine Soundkarte „an Board“ haben. Ist diese von hoher Qualität, können auch völlig unabhängig vom Wiedergabegerät kräftige Soundwerte genossen werden. Auch der allseits beliebte 5.1-Surround-Sound, der ohne Headset lediglich mit mehreren Boxen, Mittelzentrale und Subwoofer hervorgerufen werden kann, ist bei einem Headset samt USB-Verbindung unabhängig von der Soundkarte des Abspielgerätes nutzbar. Einen weiteren grundsätzlichen Vorzug eines USB Headsets birgt die recht schnelle und unkomplizierte Navigation: Mit einem einzelnen Mausklick kann am PC über die Hardware, die als Ausgabemedium für akustische Signale und/oder Übertragung von Sprachaufnahmen fungieren soll, entschieden werden. So lässt sich im Handumdrehen zwischen den integrierten oder externen Boxen und dem Headset switchen. Der Einsatz am PC bedeutet zudem vor allem für Spieler einen großen Vorteil: Gaming Headsets werden häufig mit einem professionellen Optimierungsprogramm, welches zwar auf dem PC installiert wird, aber lediglich über eine USB-Verbindung mit dem Headset kommunizieren kann, vertrieben. Grund: Die Datenübertragungsrate einer USB-Verbindung fällt größer als bei einem Anschluss über den Klinkenstecker aus, sodass hier im Vergleich zur Klinkentechnik auch mehr Informationen fließen können. So lassen sich mehrere Soundprofile anlegen, individuelle Tonmuster erstellen und zudem etliche Sonderfunktionen wie Schnellwahltasten und Leuchtdioden nutzen. Letztere Elemente benötigen natürlich auch noch zusätzlichen Strom, welcher über die Klinkenbüchse häufig nicht ausreichend vermittelt werden kann. In der Regel befindet sich solch eine Software übrigens auf einer gesonderten CD, teilweise ist sie jedoch auch in dem Speicher des Headsets hinterlegt. Per Plug & Play installiert sich dann das Headset und das nützliche Helfertool von ganz allein durch das Verbinden des Headsets.

Aber: Bei der Nutzung eines USB-Anschlusses, und insbesondere bei einem mit Softwarezusatz, kommt es auch auf das verwendete System an: Ob Windows 7, 8 oder 10, Linux oder Mac genutzt wird, kann durchaus entscheidend für die Kompatibilität sein. Zudem darf nicht vergessen werden, dass für den Gebrauch der USB-Verbindung auch ein passender Steckplatz, sprich ein USB-Port, benötigt wird. Und USB-Ports sind bei manch PC-Systemen rar! Wer also auch noch Drucker, Maus, Tastatur, Festplatte und Handyladekabel an seinem Rechner anschließen will, könnte schnell Verbindungsprobleme bekommen. Immerhin: Mit einem USB-Hub lässt sich dieses Dilemma lösen.

Vorteile und Nachteile: Klinke-Headset

USB-Ports beziehungsweise Hubs und Kompatibilitätseigenschaften spielen bei einem Klinken Headset wiederum keine Rolle: Hier erfolgt die Verbindung über die typische Klinkenverbindung, die mittlerweile nahezu jedes technische Gerät mit sich führt. Wodurch bereits ein zweiter großer Vorteil gegenüber Headsets samt USB-Anschluss gegeben ist: Ein Klinken Headset lässt sich ohne Probleme mit weiteren Gerätschaften wie Handys, Fernseher und Radiosystemen verbinden. Schließlich verfügt ein Headset dieses Typs über keine Soundkarte, sodass die eingehenden Tonsignale ohne Nachbearbeitung wiedergegeben werden.

Nachteil: Ist das Wiedergabemedium nicht mit einer guten Soundkarte ausgestattet, können durchaus Kratzer und Unklarheiten entstehen. Dies ist zwar nur selten der Fall, doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Eine Regel stellt zudem das aufwendigere Umschalten zwischen Headset-Empfang und Boxen-Aktivität dar: Anders als bei einem USB Headset muss bei einem Headset samt Klinkenverbindung stets das Kabel ein- beziehungsweise ausgestöpselt werden, um zwischen der „klassischen“ Wiedergabeoption per Lautsprecher und dem hinzugefügten Headset zu wechseln. Diese Einfachheit bringt aber auch einen positiven Nebeneffekt mit sich: Der Preis eines Klinken Headsets liegt nicht zuletzt aufgrund fehlender Soundkarte nahezu stets unter dem eines vergleichbaren USB Headsets. Mit Preisunterschieden von 10 bis 15 Euro dürfte dieser Aspekt zwar weniger Gewichtung in der Frage, ob ein Headset besser mit Klinken- oder USB-Verbindung genutzt werden sollte, erhalten, doch einen interessanten Punkt stellt dieser Unterschied allemal dar. Zu welcher Kabeltechnik nun allerdings auch gegriffen wird: Auf alle Fälle ist auf ein ausreichend langes und „stabiles“ Kabel zu achten. Manch Strippen sind zum Beispiel mit einer besonderen Legierung versehen, die dem allseits gefürchteten Kabelbruch vorbeugen. Und auch besondere Cliptechniken sowie präzise gefräste Eingänge zählen zu grundsätzlich löblichen Eigenschaften eines Headsets.


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